CMOS-Überwachungskameras als Helmkameras
Wer seine Fahrrad- oder Motorradtouren auf Video aufnehmen will, steht vor mehreren Problemen: Es ist nur wenig Platz vorhanden, um eine Kamera zu montieren. Ist ein solcher Platz erst mal gefunden, so wird die Kamera möglicherweise den Erschütterungen des Fahrzeugs und dem Fahrtwind ausgeliefert sein. Steinschlag oder Insekten stellen, gerade bei hochwertigen Optiken, ein weiteres ernstzunehmendes Problem dar. Es sind zwar spezielle Kamerasysteme erhältlich, die genau zu diesem Zweck entworfen wurden, allerdings sind für den Hobbybereich in der Regel keine Kameras mit ordentlicher Bildqualität erhältlich, es sei denn, man greift für viel Geld auf professionelle Systeme zurück. Mit etwas Arbeit lässt sich eine Helmkamera mit ordentlicher Bildqualität selber bauen. Folgende Ausführungen beziehen sich auf eine Kamera im Motorradhelm, sollten sich aber problemlos auf andere Einsatzzwecke übertragen lassen.
Anforderungen
Folgende Anforderungen sollen erfüllt werden:
- Aufnahme mit Camcorder über AV-Eingang,
welcher geschützt im Rucksack mitgeführt werden kann, - Videoaufzeichnung mindestens in VHS-Qualität,
- Audioaufzeichnung in Mono,
- kleine Abmessungen, idealerweise Möglichkeit,
Kamera in einem Motorradhelm unterbringen zu können.
Besonders hervorzuheben sind folgende Anforderungen:
- keine Modifikationen am Fahrzeug,
- keine Modifikationen am Motorradhelm
oder anderem sicherheitsrelevanten Zubehör, - keine Beeinträchtigung des Sichtfeldes.
Wie auf vielen YouTube-Videos zu sehen ist, verwenden manche Leute Digitalkameras, die in der Regel über eine ausreichend gute Videofunktion verfügen. Teilweise werden diese mittels Klettband zwischen Mund, Nase und Visier angebracht, in einigen Fällen wurde das Innenfutter des Helmes ausgeschnitten, in Extremfällen sogar der Helm aufgesägt. Dies mag in Ordnung sein, solange kein Unfall passiert, sollte es jedoch dazu kommen, verliert ein solcher Helm einen großen Teil seiner Schutzfunktion und schwere Verletzungen am Kiefer sind vorprogrammiert. Vor Modifikationen am Helm sei ausdrücklich abgeraten!
Lösung: CMOS-Module
Im Elektronikfachhandel sind CMOS-Kameramodule erhältlich, wie sie unter anderem in Überwachungskameras eingesetzt werden. Bei einer Auflösung von ca. 320 Zeilen und mit einem integrierten Mikrofon erlauben diese Kameras, die oft nur Abmessungen von wenigen Zentimetern aufweisen, für unsere Zwecke ausreichend gute Aufnahmen. Vorteil ist auch der fest einzustellende Fokus, so dass nicht mitten im Video plötzlich die tote Fliege am Helmvisier scharf erscheint und vom eigentlichen Motiv nur noch unscharfe Konturen zu erahnen sind.

Diese Kameras werden mit Spannungen von ca. 9 bis 12 V versorgt, so dass ein Anschluss an das Bordnetz oder der Betrieb über Akkus möglich sind. Lediglich für den Camcorder muss ein Anschluss angefertigt werden, in der Regel über einen vierpoligen 3,5mm Klinkenstecker, beschaltet wie in folgender Grafik illustriert. In der Praxis sollten Sie die Pinbelegung Ihres Camcorders überprüfen.

Da diese Kameramodule in der Regel mit einer sehr kurzen Kabelpeitsche ausgeliefert werden, ist gegebenenfalls ein Austausch gegen selbstgefertigte Leitungen in Betracht zu ziehen. Dabei sollte sehr sorgfältig darauf geachtet werden, keinen Staub und kein Fett an das Objektiv oder an den CMOS-Sensor gelangen zu lassen. Auch darf der Sensor keinesfalls durch Unachtsamkeit beschädigt werden. Die Kabel werden so bemessen, dass sie sich bequem aus dem Helm führen lassen. Dort werden Sie durchtrennt und mit geeigneten Buchsen und Steckern versehen. Mit dieser Maßnahme wird es einerseits leicht, die Kamera vom Kabel zu trennen, wenn man vom Motorrad absteigen möchte. Andererseits kann sich so das Kabel leicht vom Helm lösen, falls der Fahrer bei einem Unfall vom Motorrad fällt. Zum Camcorder und zur Spannungsversorgung führt dann je ein längeres Kabel.
Im Helm wird die Kamera mittels Klettband an einer geeigneten Stelle befestigt. Die Mikrofonkapsel sollte mit einem Windschutz versehen werden. Wird die Kamera, wie in folgendem Foto gezeigt, am linken oder rechten Wangenpolster befestigt, so liegt diese in der Regel noch außerhalb des Gesichtsfeldes des Fahrers.

Für ca. 20 EUR lässt sich auf diese Weise ein Camcorder um die Möglichkeit erweitern, Aufnahmen während der Fahrt zu machen. Der teure Camcorder selber nimmt dabei keinen Schaden, da er geschützt im Rucksack aufbewahrt wird. Für Privatvideos ist die Aufnahme- und Tonqualität in der Regel ausreichend. In jedem Fall liegt sie weit über der Qualität billiger Digitalcamcorder.

Noch kein Kommentar zu "CMOS-Überwachungskameras als Helmkameras"
Ich möchte einen Kommentar hinzufügen...