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VMware-Server 2.0.0 unter Debian installieren

Datum:  6. Januar 2009

Kommentare:  1 Kommentar

Der VMware-Server bietet eine sehr gute Umgebung zur Einrichtung, Verwaltung und zum Betrieb virtueller Maschinen, die unter nahezu allen aktuellen Betriebssystemen laufen. Die Installation unter Debian GNU/Linux verläuft (leider) nicht über den distributionseigenen Paketmanager, sondern über ein von VMware bereitgestelltes Skript. Mit etwas Vorarbeit wird die Installation aber kein Problem bereiten.

Als Grundlage dient mir ein Debian-System mit den Paketen aus den Repositories von testing/Lenny. Bei der Installation von Debian wurden das Grundsystem und die Desktopumgebung ausgewählt, da mein PC haptsächlich für Desktop-Anwendungen genutzt wird. Im Folgenden gebe ich nur die (mit Superuser-Privilegien) auf der Konsole eingegebenen Befehle wieder. Der Vmware-Server lässt sich in der Regel problemlos installieren und anwenden. Probleme kann es aber mit der Soundkarte geben: Während Debian wie zahlreiche andere Distributionen in Sachen Soundausgabe auf ALSA setzt, erwarten auch aktuelle VMware-Proukte nach wie vor das Open Sound System (OSS). Glücklicherweise liefert Debian aber Pakete, die dieses Problem lösen.

Vorbereitungen

Der VMware-Server benötigt einige Kernelmodule. Für einige Kernel werden diese bereits vorkompiliert mitgeliefert. Passen diese jedoch nicht zum Kernel, werden sie während der Installation kompiliert. Es müssen also eine Entwicklungsumgebung und die Headerdateien des verwendeten Kernels installiert werden. Unter der Annahme, dass ein Kernel aus den Debian-Repositories verwendet wird, werden daher folgende Pakete installiert:

apt-get install build-essential linux-headers-`uname -r`

Sehr praktisch unter Debian ist auch das Paket vmware-package, welches uns durch seine Abhängigkeiten dabei hilft, von VMware benötigte, aber möglicherweise noch nicht installierte Bibliotheken zu installieren:

apt-get install vmware-package

Um die oben bereits erwähnte Inkompatibilität zwischen ALSA und OSS zu beheben, benötigen wir noch folgende Pakete:

apt-get install oss-compat alsa-oss

Das Paket alsa-oss ist hier eigentlich nicht notwendig. Mit oss-compat und alsa-oss stehen auf dem System nun aber alle Möglichkeiten bereit, um Kompatibilität von ALSA zu OSS zu gewährleisten, nur für den Fall, dass auch andere Anwendungen dies erfordern sollten. Auf die Installation von oss-compat bzw. alsa-oss kann verzichtet werden, wenn die virtuellen Maschinen keine Soundunterstützung benötigen werden.

Abschließend sollte der Link /usr/bin/gcc während der Installation auf diejenige gcc-Version unter /usr/bin/ verweisen, mit der auch der verwendete Kernel kompiliert wurde. Gegebenenfalls ist dieser Link also von Hand anzupassen, in meinem Fall zum Beispiel durch:

rm /usr/bin/gcc
ln -s /usr/bin/gcc-4.1 /usr/bin/gcc

Nach der Installation kann der Link wieder auf den eigentlich gewünschten GCC-Compiler umgestellt werden.

Installation starten

Die Installation ist dann nur noch eine reine Formsache. Zunächst wird der VMware-Server als tar.gz-Archiv heruntergeladen. Dieses wird dann entpackt mit:

tar xvfz Vmware-server-...tar.gz

Die Installation beginnt dann mit:

cd vmware-server-distrib
./vmware-install.pl

Auf saubere Installation achten

Im Verlauf der Installation sind nun nur noch einige Fragen zu beantworten. Um eine saubere Installation zu gewährleisten, sollten insbesondere die vom Installer vorgeschlagenen Verzeichnisse nicht einfach so übernommen werden. Es ist nämlich nicht wünschenswert, unter Umgehung des Paketmanagers Dateien in Verzeichnisse zu installieren, welche eigentlich unter der Kontrolle des Paketmanagement-Systems stehen. Ich empfehle daher, für eine saubere Trennung von selbst installierter Software, die den Paketmanager umgeht und Software, die vom Paketmanagement verwaltet wird, für VMware die lokale Ordner-Hierarchie unter /usr/local vorzuziehen. Nur die Frage nach dem Verzeichnis /etc sollte beibehalten werden, da hier die für den VMware-Start notwendigen Init-Skripte installiert werden. Zur Installation von fremder Software unter Debian siehe auch den Abschnitt “Wie soll ich ein Nicht-Debian-Programm installieren?” der Debian-GNU/Linux-FAQ.

Statt… Installation in… Bemerkung
/usr/bin /usr/local/bin
/usr/sbin /usr/local/sbin
/usr/lib/vmware /usr/local/lib/vmware
/usr/share/man /usr/local/share/man
/usr/share/doc/vmware /usr/local/doc/vmware
/var/lib/vmware/Virtual Machines siehe Text weiter unten
/etc /etc Keine Änderung aufgrund der Init-Skripte

Auch den (ziemlich am Ende gestellten) Fragen, in welchem Verzeichnis die virtuellen Maschinen gespeichert werden sollen und welcher Benutzer der Vmware-Administrator sein soll, sollte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Standardverzeichnis ist /var/lib/vmware/Virtual Machines. Ich verwende jedoch für /var nur eine ca. 2,8GB große Partition. Viel Platz für virtuelle Maschinen ist dort also nicht. Zwar kann später in der Administrationsoberfläche dieses Verzeichnis geändert werden und auch jedes beliebige Verzeichnis ergänzt werden, zusammen mit der Frage nach dem VMware-Administrator empfehle ich allerdings eine andere Lösung:

Die größte Partition auf meinem System ist die ca. 145 GB große /home-Partition. Dort ist also genügend Platz für virtuelle Maschinen. Um dort nicht irgendwelche beliebigen Verzeichnisse anzulegen und um die virtuellen Maschinen nicht in meinem eigenen Homeverzeichnis anlegen zu müssen, habe ich einen eigenen Benutzer “vmware” erstellt. Diesem Benutzer wurde ein Passwort zugewiesen, die Standardshell in /etc/passwd wurde jedoch auf /bin/false gesetzt, damit dieser Benutzer sich nicht am System anmelden kann. Dieser Benutzer wird im Installer als VMware-Administrator festgelegt. Mit dem zugewiesenen Passwort kann sich dieser später auf der VMware-Administrationsoberfläche anmelden. Als Verzeichnis für virtuelle Maschinen gebe ich im Installer außerdem /home/vmware/Virtual Machines (oder ähnlich) an. Damit werden die virtuellen Maschinen im Homeverzeichnis des Benutzers „vmware“ gespeichert.

Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, sollte die Installation des VMware-Servers erfolgreich beendet worden sein und die VMware-Dienste werden automatisch gestartet.

Zugriff auf die virtuellen Maschinen

Eine Management-Konsole gibt es seit der Server-Version 2.0 nicht mehr. Statt dessen werden alle Einstellungen über eine Weboberfläche vorgenommen. Diese ist zu erreichen unter:

http://localhost:8222/ui

Eine SSL-gesicherte Verbindung ist auch möglich über:

https://localhost:8333/ui

Sollte trotz der Installation des Pakets oss-compat im Gastsystem kein Sound zu hören sein, so sollte statt der Einstellung “Auto detect” explizit eines der zur Auswahl angebotenen Soundgeräte gewählt werden. Mit “Auto detect” erhalte ich beispielsweise keine Soundausgabe, wähle ich hingegen /dev/dsp, so gibt es keine Probleme.

Mit den genannten Schritten lässt sich eine saubere Installation des VMware-Servers unter Debian erreichen. Wrapper-Skripte, Bibliotheken mit SUID-Bit zu versehen und sonstige Lösungen, die auf diversen Internetseiten zu finden sind, können bei Befolgung dieser Anleitung entfallen.

Geschrieben von Dominik, DL8KDL in der Kategorie Computer.

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Ein Kommentar zu "VMware-Server 2.0.0 unter Debian installieren"

Marco P. sagt:

Vielen Dank! Endlich läuft der Sound bei mir. Ich habe es lange vergeblich probiert und dabei ist die Lösung so simpel. Der Hinweis im Abschnitt “saubere Installation” zu den Installationspfaden ist auch sehr hilfreich.

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