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Ubuntu auf dem Acer Aspire 1520

Datum:  3. Dezember 2009

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In der Vergangenheit lief mein Notebook, ein älteres Acer Aspire 1520, zufriedenstellend mit Debian GNU/Linux. Die Einrichtung war nicht zu komlipzert, allerdings mussten einzelne Konfigurationsdateien angepasst werden, bevor alles rund lief. Da Debian seine Programme zwar in Form von äußerst stabilen und gut getesteten Paketen anbietet, die Programme aber nicht unbedingt in einer aktuellen Version geliefert werden, sollte nun eine andere Linux-Distribution getestet werden. Meine Wahl viel auf die aktuelle Version 9.10 von Ubuntu, Codename: Karmic Koala. Das Ergebnis dieses Tests ist vielversprechend: Die Einrichtung auf dem Notebook ist ohne größeren Aufwand in kürzester Zeit zu erledigen. Viel zu schreiben gibt es also eigentlich nicht.

Hinweis: Die von Acer ursprünglich eingebaute WLAN-Karte habe ich durch eine von Linux besser unterstützte (und auf E-Bay günstig erhältliche) Karte ersetzt. Es handelt sich dabei um eine Karte vom Typ Intel PRO/Wireless 2915ABG.

1. Installation

Die Installations-CD kann von der Ubuntu-Webseite heruntergeladen werden. Das Notebook wird mit dieser CD gestartet. Wie bei Ubuntu üblich, landet der Benutzer zunächst auf dem Live-System, einem voll funktionsfähigen Linux-System, welches ausschließlich von CD läuft, ohne den Rechner zu verändern. Auf dem Desktop befindet sich dann ein Icon, über welches die Installationsroutine aufgerufen werden kann. Die Installation bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung. Einsteiger finden hierzu eine ausführliche Erläuterung im Ubuntu-Wiki. Nach Abschluss der Installation startet das Notebook neu, der Benutzer landet auf dem Ubuntu-Desktop mit dem Grundsystem. Im Prinzip ist hiermit alles erledigt. Es geht nun nur noch um etwas Feintuning.

2. WLAN-Verbindungen

Die WLAN-Karte funktioniert auf Anhieb. Allerdings ist das WLAN standardmäßig deaktiviert, was zu anfänglicher Verwirrung führen kann. Über einen Rechtsklick auf das Icon des Network-Managers kann das WLAN aktiviert werden. Anschließend sollten nach kurzer Zeit die nahegelegenen Access-Points gefunden werden.

3. NVidia-Grafiktreiber

NVidia stellt für Linux eigene, proprietäre Grafiktreiber zur Verfügung. Über das Menü “System → Systemverwaltung → Hardware-Treiber” kann dieser aktiviert werden. Nach einem für Linux eigentlich untypischen (aber für Ubuntu durchaus normalen) Neustart des Rechners steht dann auch die volle 3D-Leistung des Grafikchips zur Verfügung. Ein kleines Problem ergibt sich in der falschen Erkennung der Bildschirmauflösung durch den Nvidia-Treiber. Der Befehl xdpyinfo | grep resolution zeigt, dass der Treiber eine Auflösung von 101×101 DPI annimmt, korrekt wären jedoch 96×96 DPI. Für alle Programme, die die Bibliotheken des Gnome-Desktops verwenden, ist das unproblematisch. Der Gnome-Desktop berechnet korrekterweise 96 DPI Auflösung. KDE-Anwendungen und ältere X-Programme nehmen aber möglicherweise die falsche Auflösung an. Abhilfe schafft das manuelle Ändern der Datei /etc/X11/xorg.conf. Ich verwende die gleiche Konfiguration wie bereits unter Debian.

Hierbei ist, wie im Debian-Artikel bereits beschrieben natürlich zu beachten, dass in dieser Datei kein DualView konfiguriert wurde. Was auf der VGA-Buchse des Notebooks dargestellt wird, kann ich mangels Beamer leider auch nicht testen. Falls einer meiner Leser eine derartige Konfigurationsdatei hat, oder die hier gezeigte anpassen kann (oder möchte), würde ich mich über eine kurze E-Mail freuen.

4. Internes Modem und UMTS-Sticks

Ebenso kann unter “System → Systemverwaltung → Hardware-Treiber” ein Treiber für das im Notebook integrierte Modem aktiviert werden, was reibungslos funktioniert. Ob das Modem damit arbeitet, habe ich – wie bereits auf meinem Debian-System – nicht testen können. Für Verbindungen ins Internet verwende ich entweder WLAN oder meinen UMTS-Stick (Typ Huawei E160). Dieser Stick wird von Ubuntu erkannt, sobald er an einen USB-Port angeschlossen wird. Im Network-Manager kann dann die Verbindung auf einer sehr intuitiven Oberfläche konfiguriert werden. Alle bekannten Provider, darunter auch viele der Discounter-Tarife, sind bereits vorkonfiguriert und müssen nur ausgewählt werden.

5. VPN-Verbindungen

VPN-Verbindungen lassen sich ebenfalls über den Network-Manager konfigurieren. Dazu müssen aber ein paar Pakete nachinstalliert werden:

sudo apt-get install network-manager-vpnc network-manager-strongswan network-manager-pptp network-manager-openvpn network-manager-openconnect

Die Konfiguration des jeweiligen VPNs erfolgt dann über die gut strukturierte Oberfläche des Network-Managers. Wer eine Verbindung zu einem Cisco-VPN herstellen möchte, kann die Konfigurationsdateien, die viele Rechenzentren bereitstellen, im Network-Manager problemlos importieren.

6. Sonstige Software

Mit den oben genannten Einstellungen läuft das Notebook auf Anhieb rund. Auch der Standby- und Ruhemodus funktionieren problemlos. Ich gebe im Folgenden daher nur ein paar Empfehlungen für weitere Software, die das Basissystem sinnvoll ergänzen kann:

  • Für die Grafikbearbeitung liegt der Standardinstallation bereits das mächtige Programm GIMP bei. Mit den Skripten der FX-Foundry lassen sich einige nette Effekte ergänzen. Die Skripte liegen in einem Archiv vor, welches nur in das Verzeichnis /home/<username>/.gimp-2.6/scripts entpackt werden muss. Diese Skripte funktionieren übrigens auch mit GIMP für Windows oder den Mac.
  • Audiodateien lassen sich mit Audacity schneiden und umwandeln. Auf der Konsole kann Audacity durch sudo apt-get install audacity installiert werden.
  • Wer häufig auf der Konsole arbeitet, weiß wahrscheinlich den Midnight-Commander zu schätzen: sudo apt-get install mc
  • Wer einen Webserver administriert und häufig Dateien per FTP hochladen muss, weiß das Programm gFTP zu schätzen: sudo apt-get install gftp
  • Passwörter und PIN-Nummern lassen sich (in verschlüsselter Form) sehr einfach mit dem Programm KeePass Password Safe verwalten. Die Linux-Variante dieses Programms heißt KeePass X. Sie kann mit sudo apt-get install keepassx installiert werden.
  • Multimedia-Codecs, der Flash-Player und einige andere nützliche Dinge lassen sich in Ubuntu ganz einfach nachinstallieren: sudo apt-get install ubuntu-restricted-extras
    Wer DVDs ansehen will, muss noch die Bibliotheken für CSS2 aktivieren: sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh
    Eine detaillierte Beschreibung (auf Englisch) findet sich auf den Ubuntu-Webseiten.
  • Sehr zu empfehlen ist der mächtige Multimedia-Player VideoLAN-Client (VLC). Eine ausführliche Erläuterung und Installationsanleitung wird dankenswerter Weise im Ubuntu-Wiki bereitgestellt.
  • Viele Nutzer arbeiten gerne mit dem Adobe Reader. Für diesen stellt Adobe ein eigenes Paket für Ubuntu zur Verfügung.
  • Außerdem arbeiten viele Nutzer gerne mit dem Opera-Browser. Auch Opera stellt Pakete für Ubuntu zur Verfügung.
  • Wer größere Texte oder wissenschaftliche Arbeiten verfasst, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Satzsystem LaTeX verwenden. Ein Basis-System lässt sich mit sudo apt-get install texlive texlive-doc-de texlive-latex-extra texlive-lang-german installieren. Umfangreiche Informationen finden sich im Ubuntu-Wiki.
  • Ubuntu liefert Ximian Evolution als Standard-E-Mail- und Terminplanungsprogramm mit. Obwohl Ximian durchaus ein tolles Programm ist, bevorzuge ich stattdessen Mozilla Thunderbird in Verbindung mit dem Kalender-Plugin Lightning. Thunderbird mit Kalender und PGP-Unterstützung wird installiert über sudo apt-get install thunderbird thunderbird-locale-de lightning-extension lightning-extension-locale-de enigmail enigmail-locale-de. Anschließend kann Thunderbird über “System → Einstellungen → Bevorzugte Anwendungen” als Standard-E-Mailprogramm gewählt werden.

Fazit

Aufgrund der problemlosen und schnellen Einrichtung ist Ubuntu ab sofort die Linux-Distribution meiner Wahl für Desktop-Rechner und wird Debian dauerhaft ersetzen. Ich bin gespannt, welche größeren Änderungen die kommende Version 10.4 mit “Long-Term-Support” bietet. Diese soll dann für längere Zeit die auf meinen Desktop-Rechnern verwendete Distribution werden. Aufgrund der ausführlichen Online-Dokumentation und des Benutzer-Forums ist Ubuntu eine auch für Einsteiger sehr zu empfehlende Linux-Distribution.

Geschrieben von Dominik, DL8KDL in der Kategorie Computer.

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